Werte
Wir trainieren mit Spaß am Fleiß und dem Ernst die eigenen Schwächen und Stärken zu entdecken.
Die körperliche und vor allem die psychische Stärke wird durch das Training verbessert. Es stellt sich automatisch eine bessere Selbstwahrnehmung ein und dadurch ein stärkeres Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen ein. Es entsteht also ein neues Körperbewusstsein und man erkennt das wahre potentielle Leistungsvermögen seines Körpers. Es wird gelernt, sich und seine Möglichkeiten zu entdecken und ihnen zu vertrauen.
Zum Karatetraining gehört Disziplin. Warum? Die Bewegungsabläufe, die trainiert werden, sind oft schwierig und sie werden mit großer Schnelligkeit und Kraft und häufig gegen einen Trainingspartner ausgeführt. Dies führt dazu, dass die Karateschüler sehr schnell Disziplin lernen müssen, um darauf achten zu können, sich selbst oder andere nicht zu verletzen.
Ist ein Karateschüler durch seine aggressiven Triebe beim Karate gelandet, werden diese bald unter Kontrolle kommen und vom Trainer in konstruktive Bahnen gelenkt. Sollte das nicht gelingen, wird der Karateschüler schnell die Lust am Training verlieren und es nicht weiter fortführen.
Alleine das Durchführen vieler Wiederholungen von einzelnen Bewegungen oder komplexen Bewegungskombinationen, wird dazu führen, dass sich schnell herausstellt, ob jemand für das Karatetraining geeignet ist. Denn jemand, der ständig etwas Neues lernen will, obwohl er das Bisherige nicht verinnerlicht hat, es also nur oberflächlich beherrscht, der wird sich schnell langweilen.
Ebenso wird jemand unglücklich beim Training sein, wenn er keine Lust hat, sich beim Training anzustrengen. Der Trainer sollte dann prüfen, ob es möglich ist die Einstellung des Trainierenden zu ändern. Wenn das nicht gelingt, sollte in einem Gespräch zwischen Lehrer und Schüler geklärt werden, ob es nicht besser wäre, das Karatetraining aufzugeben. So etwas verdirbt oft die Atmosphäre, bringt Spannungen und belastet die ganze Trainingsgruppe.
Es geht beim Karate nicht nur um Techniktraining.
Eine besondere Sportlichkeit muss man also nicht unbedingt für das Karatetraining mitbringen (auch wenn es hilft). Hier geht es vorrangig um die geistige Einstellung, den Willen, etwas 100%-ig zu erreichen. Dazu benötigt man ein paar Eigenschaften, die durch ein ernsthaftes Training gefördert werden können. Diese Eigenschaften wurden im Bushidō, die auch unter dem Begriff Dōjōkun zusammengefasst werden, definiert und sind folgende:
Treue |
Höflichkeit |
Tapferkeit |
Offenheit und Aufrichtigkeit |
Einfachheit
- Reinheit
Das mag jetzt beim Lesen etwas abgehoben anmuten, aber beim aktiven Training wird man in der Regel schnell verstehen, was damit gemeint ist.
Um ein gutes Training zu ermöglichen, sollte man folgende Dinge berücksichtigen:
- Sich als Individuum zurücknehmen. Das bedeutet nicht, sich aufzugeben. Es bedeutet vielmehr, dass man lernt, sich nicht so wichtig zu nehmen, aber das, was man tut.
- Immer so trainieren, dass der Rest der Gruppe davon profitieren kann.
- Den Mittrainierenden Respekt erweisen. Z. B. dafür, dass sie alles geben, um einem selbst ein optimales Training zu ermöglichen. Und Respekt vor dem was andere leisten.
- Durch diesen Antrieb wird man sich unweigerlich besser in seiner Technik und in seinem Charakter verbessern.
- Vermeintlich Leistungsschwächere können durchaus die tatsächlich stärkeren sein. Stärker im Charakter und im Fleiß. Das, was manchem als „Talent“ mit in die Wiege gelegt wurde, steht paradoxer Weise demjenigen oft im Weg, der es hat. Diese Menschen haben das wahre Problem, dass sie sich nicht augenscheinlich mit anderen messen können, da ihnen die anderen scheinbar nicht das Wasser reichen können. Also sollten solche Menschen einmal versuchen ihre Grenzen zu finden und auszuweiten. Denn jeder Mensch hat seine eigenen Grenzen, die es zu erforschen gilt.
- Beim Training sollte man mit genügend Ernst dabei sein. Denn in einem Kampfkunsttraining, das muss einem klar sein, wird auf das Ziel hingearbeitet, bei einem unausweichbaren Kampf, den Angriff mit allen Mitteln abzuwehren und in kürzestmöglicher Zeit zu beenden.






